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Wie Sie es schaffen, nicht mehr alles zu glauben, was Sie denken.

Reden wir über Stressmanagement: Ungefähr 60.000 Gedanken gehen jeden Tag durch unsere Köpfe.

Doch anstelle freundlicher, ermutigender, friedlicher und hoffnungsvoller Gedanken denken wir viel Negatives: Gedanken, die quälen, unruhig oder Angst machen; Gedanken, die schlechte Laune, Befürchtungen und Sorgen auslösen.

Urteile über uns und andere sind meist der Ursprung. Haben Sie schon einmal Ihrem inneren Dialog gelauscht? Wie oft sagen Sie sich: „Das schaffe ich doch sowieso nicht“, „Ich bin zu empfindlich“, „Die Anderen sind besser als ich.“

Und wie denken Sie über andere? Ärgern Sie sich über Ihren Partner, sind Sie wütend auf Ihren Chef, traurig über die Kollegin, enttäuscht vom Kunden, sauer auf die Welt?

An negativen Gedanken festzuhalten, bedeutet, mit der Realität zu kämpfen: Wir sehen die Welt durch einen Tunnelblick und spüren das Glück nicht mehr. Oder zumindest nicht mehr so deutlich.

Stressvolle Gedanken hinterfragen mit The Work of Byron Katie

„Das Glück Deines Lebens hängt von der Beschaffenheit Deiner Gedanken ab.“ sagt Marc Aurel. Stressvolle Gedanken sind wie schreiende Kinder. Sie lassen sich nicht wegschicken. Sie können sie jedoch identifizieren und hinterfragen – mit The Work of Byron Katie. Als Coach für The Work habe ich diese Arbeit lieben gelernt: Ich glaube einfach nicht mehr alles, was ich denke.

Mit vier Fragen und Umkehrungen schaffen Sie es, den Geist zu öffnen, Gefühle zuzulassen und Frieden zu spüren. Je häufiger Sie sich auf die Übung einlassen, umso weniger denken Sie darüber nach, was Sie von anderen wollen und achten mehr auf Ihre Bedürfnisse.

„Willst Du Recht haben oder Frieden?“ fragt Byron Katie, die The Work entwickelt hat. The Work ist eine Meditation. Schließen Sie die Augen, werden still, hören die Fragen wörtlich und warten, welche Antwort in diesem Moment auftaucht.

Anfangs war ich erstaunt, was ein stressvoller Gedanke im Körper alles auslösen kann: Magendruck, Schluckbeschwerden, Herzschmerz, Krämpfe im gesamten Körper. Mit den Fragen ergeben sich neue Perspektiven. Plötzlich öffnen sich Türen, die vorher verschlossen waren.

Entlastung und Klarheit: Vier Fragen für Ihr Stressmanagement

Die Meditation funktioniert so:

Nehmen wir an, Sie haben Stress. Sie ärgern sich darüber, dass Ihnen Ihr Mann nach Feierabend beim Abendbrot nicht zuhört. Der stressvolle Gedanke heißt also: „Mein Mann hört mir beim Abendbrot nicht zu“.

Bitte fragen Sie sich:

1. Ist das wahr? (Bitte nur mit „Ja“ oder „Nein“ antworten.)
2. Können Sie mit absoluter Sicherheit wissen, dass Ihre Wahrnehmung wahr ist? (Bitte nur mit „Ja“ oder „Nein“ antworten.)
3. Wie reagieren Sie: Was passiert, wenn Sie diesen Gedanken glauben? (Spüren Sie nach, wie Ihr Körper reagiert.)
4. Wer wären Sie ohne den Gedanken? (Stellen Sie sich vor, Sie könnten den Gedanken gar nicht denken: Was wäre dann anders?)

Als nächstes kehren Sie den Gedanken um und finden zu jeder Umkehrung drei Beispiele, wie dieser Gedanke auch wahr ist:

1. „Mein Mann hört mir beim Abendbrot zu.“ (Umkehrung ins Gegenteil.)
2. „Ich höre meinem Mann beim Abendbrot nicht zu. (Umkehrung auf den anderen.)
3. „Ich höre mir beim Abendbrot nicht zu.“ (Umkehrung auf mich.)

Bleiben Sie bei der Feierabend-Szene beim Abendbrot: Wie ist es auch wahr, dass Ihr Mann Ihnen zuhört, dass Sie Ihrem Mann nicht zuhören oder dass Sie sich nicht zuhören?

Stressmanagement braucht Zeit: Bleiben Sie am Ball!

Sie finden die Meditation irritierend? Ungewohnt? Na klar, und je mehr unser Verstand festhalten will, wir Recht haben wollen, umso weniger wollen wir uns diese Umkehrungen ansehen. Nehmen Sie sich die Zeit für Ihr Stressmanagement und lassen Sie es wirken. Es lohnt sich!

Bildquelle: ©Fotolia Author: WoGi Photo reference: #93955836